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Ich glaube, ich war schon immer jemand, der sich lieber in eigene Welten zurĂŒckgezogen hat. WĂ€hrend andere drauĂen waren oder stĂ€ndig unterwegs sein mussten, saĂ ich meistens vor irgendeinem Forum, habe PokĂ©mon-Seiten durchstöbert, Layouts angeschaut oder mich komplett in irgendwelchen Anime-Openings verloren, die ich viel zu oft auf Repeat in 480px QuqalitĂ€t bei Youtube gehört habe.
Angefangen hat eigentlich alles mit diesen alten PokĂ©mon-Staffelpages damals. Ich weiĂ noch genau, wie fasziniert ich davon war, dass Leute einfach komplette Designs bauen konnten, mit eigenen Charakteren, Geschichten und allem drum und dran. Irgendwann habe ich dann selbst angefangen, daran herumzuprobieren, obwohl ich absolut keine Ahnung hatte, was ich da eigentlich tue. Mit ungefĂ€hr zwölf bekam ich dann tatsĂ€chlich Photoshop zugeschickt â komplett illegal von einer Admina von einer Pokemon Staffelpage namens Endless Dream, mit welcher ich heute immer noch befreundet bin. Eigentlich komplett verrĂŒckt, wenn man darĂŒber nachdenkt. Aber genau da, vor ĂŒber 18 Jahren, hat das alles angefangen.
Seitdem bin ich irgendwie komplett in dieser kreativen Bubble hĂ€ngen geblieben. PSD Colorings, HTML, CSS, RPG-Layouts, Fanfiction, Moodboards⊠ich kann mich stundenlang mit irgendwelchen kleinen Details beschĂ€ftigen, bis plötzlich mitten in der Nacht ist und ich eigentlich lĂ€ngst schlafen mĂŒsste. Aber genau nachts fĂŒhle ich mich meistens am wohlsten. Musik an, tausend Tabs offen, irgendein halbfertiger Code und nebenbei wahrscheinlich noch Spotify, Pinterest und Photoshop gleichzeitig geöffnet â absolute Katastrophe eigentlich, aber genau so funktioniere ich am besten.
Musik bedeutet mir wahrscheinlich mehr, als sie eigentlich sollte. Besonders Survive Said The Prophet. Es gibt Phasen, da lĂ€uft praktisch nichts anderes mehr. Beim Arbeiten, beim Autofahren, beim Haushalt, nachts am PC oder einfach zwischendurch â irgendwo lĂ€uft immer irgendein Song von ihnen. Vor allem Yoshs Stimme hat einfach etwas, das ich schwer erklĂ€ren kann. Dieses Emotionale, aber gleichzeitig Kraftvolle. Manche Songs verbinden sich inzwischen so sehr mit bestimmten Erinnerungen, dass ich sofort wieder ganze Situationen vor Augen habe, sobald die ersten Sekunden anfangen.
Rock am Ring 2025 war wahrscheinlich einer dieser Momente, die ich niemals vergessen werde. Ich stand stundenlang in der ersten Reihe nur wegen Survive Said The Prophet, komplett ĂŒbermĂŒdet, halb erfroren und trotzdem wahrscheinlich glĂŒcklicher als seit Langem. Und dann stand Yosh plötzlich vor dem Konzert einfach auf der BĂŒhne, sah sich um, lĂ€chelte kurz und winkte direkt zu mir. Komplett surreal irgendwie. SpĂ€ter nach dem Konzert kam er nochmal zur Crowd, machte Fotos und gab HandschlĂ€ge, und als ich fragte, ob wir ein Bild machen könnten, meinte er einfach nur: âYes, of course. You waited so long for this.â Ehrlich gesagt glaube ich bis heute nicht ganz, dass das wirklich passiert ist.
Gleichzeitig denke ich aber auch ĂŒber alles viel zu viel nach. Ich verliere mich extrem schnell in Gedanken, analysiere Dinge kaputt und steigere mich manchmal komplett in kleine Momente oder Erinnerungen hinein. Wahrscheinlich merkt man das auch daran, wie ich schreibe oder Layouts baue, weil aus einer kleinen Idee bei mir fast nie einfach nur eine kleine Idee bleibt. Ich nehme mir stĂ€ndig vor, nur âkurz etwas anzupassenâ und sitze am Ende wieder bis morgens um vier vor irgendeinem Code.
Und obwohl ich eigentlich eher introvertiert bin, kann ich unglaublich emotional werden, wenn es um Dinge geht, die ich liebe. Musik, Geschichten, Charaktere, Erinnerungen, mein Sohn â sowas bleibt bei mir viel lĂ€nger hĂ€ngen, als es wahrscheinlich sollte. Vielleicht genau deshalb schreibe ich auch so gerne Fanfiction oder verliere mich komplett in irgendwelchen Charakterdynamiken, weil ich GefĂŒhle immer intensiver wahrgenommen habe als vieles andere.